Wie Sie zu einer stressfreien Führungskraft werden

Bild - Stressfrei als Führungskraft

Heute wird es um Sie gehen.

Und zwar um die Fragen, wie Sie dem ständig steigenden Stress als Führungskraft den Druck nehmen und wie Sie dafür sorgen, dass Sie im komplexen Arbeitsalltag erfolgreich und stressfrei agieren, ohne ständig über die Grenzen Ihrer Belastbarkeit gehen zu müssen.

Dieser Artikel ist Teil der Serie „Stressfrei als Führungskraft“. Weiter unten in diesem Beitrag finden Sie auch eine Übersicht zu allen Teilen dieser Serie.

Lesedauer: ca. 12 Minuten

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Ich bin sicher, dass Sie im Job gerade riiiiichtig rotieren

Ihre Mitarbeitenden erwarten von Ihnen, dass Sie deren Kräfte schonend einsetzen, klare Ansagen machen, Strukturen vorgeben, Ziele vereinbaren und überhaupt – sie loben, anerkennen und motivieren – und das Ganze möglichst stressfrei.

Ihre Chefin oder Ihr Chef wartet auf Ergebnisse.

Hier zählen nur die harten Zahlen – Kosten, Gewinne, Umsätze.

Und Sie sollen weitreichende Entscheidungen treffen trotz manchmal fehlender Parameter und daraus resultierender Unsicherheit.

Vor allem auch mal hart durchgreifen, um die Unternehmensinteressen durchzusetzen.

Die Personalabteilung erwartet einen wertschätzenden Führungsstil, dass Sie Mitarbeitergespräche führen und sich der Kritik Ihrer Mitarbeitenden stellen.

Interne und externe Kunden erwarten, dass Sie und Ihr Team sie zügig und kundenorientiert bedienen.

Und Familie, Freunde und Vereine fordern auch noch ihren Tribut: Zeit für gemeinsame Unternehmungen finden, bei wichtigen Ereignissen dabei sein (und das nicht nur körperlich).

Kaum erfüllbare – teilweise widersprüchliche – Erwartungen von oben, von unten, von außen.

Und auch von innen.

Sie versuchen sicher, möglichst vielen dieser Erwartungen gerecht zu werden

Aber: Sie merken schon, dass das eine Sisyphusarbeit ist und Sie sich damit auf Dauer komplett überfordern. Stressfrei geht anders!

Termine, Meilensteine und Besprechungen drängeln sich im Kalender und die nächsten Aufgaben mahnen Sie schon auf Ihrer ToDo-Liste.

Und dann gibt es diese ständigen drängenden Notfallsituationen, die keinen Aufschub dulden, die alle bisherigen Planungen über den Haufen werfen.

An manchen Tagen kommen Sie einfach nur noch gerädert nach Hause und sind vielleicht unzufrieden, weil Sie wissen, dass sie den ganzen Tag unter Strom standen.

Aber was genau Sie so gemacht haben, können Sie nicht mehr sagen.

Das ist auf Dauer zermürbend und brennt Sie aus.

Globalisierung, Digitalisierung und gesellschaftliche Veränderung hin zu mehr Autonomie und Selbstverantwortung verlangen von allen Beteiligten sehr viel ab.

Arbeitspensum und Aufgabenvielfalt nehmen ständig zu, und Veränderungen sowie Umstrukturierungen sind in vielen Fällen zum Dauerzustand geworden.

Sicher kennen Sie „Die wilde Maus“ vom Rummel – die Achterbahn, die kurz vor der Kurve die Richtung wechselt?

So kann man sich in der Arbeitswelt und in vielen Unternehmen fühlen: Bei all den spontanen Wendemanövern und dem schneidenden Fahrtwind spüren alle körperlich, wie sehr das Tempo in den letzten Jahren angezogen hat.

Und Sie sitzen als Führungskraft ganz vorn im rasenden Waggon.

Und dann haben Sie sich als Führungskraft ja auch einen Job ausgesucht, in dem es in erster Linie um Menschen mit ihren (teils irrationalen) Belangen und Gefühlen geht.

“Seit ich als Führungskraft arbeite, verbringe ich meine Arbeitszeit mit Konfliktlösungen zwischen Menschen. So ein Kindergarten, manchmal!“

Stress der Chefinnen und Chefs

Das zehrt, das kostet Kraft – und kann zu emotionaler Überforderung führen.

Wenn das bei Ihnen manchmal so ist – haben Sie immerhin einen kleinen Trost: Sie sind nicht allein.

Dieser Effekt hat sich in den letzten Jahrzehnten fast zu einer weltweiten Epidemie insbesondere unter Führungskräften ausgeweitet.

Einem im Januar 2016 vom Global Wellness Institute veröffentlichten Bericht „The Future of Wellness at Work“ zufolge leiden 38% der 3,2 Milliarden Beschäftigten weltweit unter übermäßigem Arbeitsdruck und Stress.

Laut den Daten des Stressreports Deutschland 2012, bei dem über 17.000 erwerbstätige Personen gefragt wurden, sagten 48 % der befragten Führungskräfte aus, ihr Stress habe in den vergangenen zwei Jahren zugenommen.

Und 21 % Prozent gaben an, mengenmäßig überfordert zu sein.

Arbeitsstress fällt sehr unterschiedlich aus und darüber hinaus ist er sehr individualisiert, was bedeutet, dass die Faktoren, die Sie bei der Arbeit überfordern, möglicherweise nicht die gleichen Faktoren sind, die Ihre Kollegen belasten.

Es gibt jedoch gemeinsame Muster

Wenn Sie über längere Zeit einem stressigen Arbeitsumfeld ausgesetzt sind, sind die Folgen vorprogrammiert: Sie werden gereizt und emotional unausgeglichen – Sie brennen auf Dauer aus.

Sie verlieren den Fokus auf Ihre Arbeit und Ihre Fähigkeit, Ihre Aufmerksamkeit zu steuern und sich längere Zeit auf etwas konzentrieren zu können.

Dadurch werden Ihre Produktivität, Ihre Kreativität und Ihre Entscheidungsfähigkeit massiv verschlechtert.

Sie machen Überstunden, machen weniger Sport und schlafen weniger, um allen Aufgaben und Anforderungen gerecht zu werden.

Und wenn Sie dann noch Alkohol, Kaffee und ungesunde Ernährung als Bewältigungsmechanismen einsetzen, geraten Sie in einen Teufelskreis.

Ihre Aufgabe ist es dann, zu lernen, Ihren arbeitsbedingten Stress zu bewältigen und zu minimieren.

Ich sagte „Minimieren“, nicht „Beseitigen“, denn 100%ig stressfrei zu sein, ist ein unmögliches Ziel.

Jeder Job, egal wie perfekt er auch sein mag, bringt immer einen gewissen Anteil an Stress mit sich.

Wie gehen Sie jetzt als Führungskraft mit dem ständig steigenden Stress um und reduzieren den Druck – für sich selbst genauso wie für Ihre Mitarbeitenden? (Was Ihre Aufgabe zum Thema „Gesundes Führen“ in Bezug auf Ihre Mitarbeitenden bedeutet, lesen Sie in meinem Artikel WIE SIE IHRE MITARBEITER GESUND FÜHREN – OHNE MEHRAUFWAND.)

Wie sorgen Sie dafür, dass Sie im komplexen Arbeitsalltag langfristig erfolgreich und stressfrei agieren, ohne ständig über die Grenzen der Belastbarkeit gehen zu müssen?

Wie Sie stressfrei werden liegt auf der Hand …

Um als Führungskraft erfolgreich und stressfrei zu sein, ist eine Fähigkeit unverzichtbar und existenziell: Der eigene kompetente Umgang mit psychischer Belastung und eben Stress.

Sie ist der Weg, um als Führungskraft trotz Tempo, Veränderungs- und Erfolgsdruck im heutigen Unternehmensalltag den Überblick und die Freude am Beruf zu bewahren und dauerhaft gesund, engagiert und natürlich halbwegs stressfrei zu bleiben.

Die psychische Balance und Leistungsfähigkeit dauerhaft zu erhalten, das ist ein aktiver Prozess.

Sie können nicht einfach beschließen, sich ab heute keinen Stress mehr zu machen, denn Stress gehört zum Leben dazu und zum Job der Führungskraft sowieso.

Aber Sie können viel dafür tun, besser mit Stresssituationen zurechtzukommen, Dauerstress vermeiden und in vielen Situationen erst gar keinen Stress aufkommen lassen.

Und Sie können darauf achten, dass die Erholung und das Energietanken neben dem Engagement nicht zu kurz kommen.

6 Tipps für Sie, wie Sie dem Stress in Ihrem Arbeitsleben begegnen können um dauerhaft leistungsfähig und stressfrei zu bleiben

  1. Haben Sie Verständnis für sich selbst.

    Ich nehme an, Sie sind selbst Ihr größter Kritiker. Es ist wahrscheinlich nicht genug und am Ende des Tages ist nie alles geschafft, was Sie sich vorgenommen hatten.

    Bei allen, was nicht läuft oder besser laufen könnte: Wichtig ist, dass Sie sich im Alltag auch auf all das konzentrieren und sich wertschätzen, für das, was funktioniert und geklappt hat.

    Nehmen Sie sich abends 5 Minuten Zeit, bevor Sie das Büro verlassen und vergegenwärtigen Sie sich aktiv alle guten Momente des Tages. Schriftlich. Das stärkt Ihre psychische Widerstandskraft und schärft den Blick für das Positive.

  2. Machen Sie Pausen – und zwar richtig

    Fiebern Sie schon dem nächsten Urlaub in ein paar Wochen entgegen, in dem Sie sich mal richtig entspannen?
    Das wird leider nicht so gut klappen. Monatelang aufgebauten Stress können Sie so nicht ausgleichen.
    Pausen wirken am besten als Erholung, wenn sie zeitnah an der Belastung liegen.

    Am besten bauen Sie immer mal wieder kurze Pausen in Ihren Tagesablauf ein.

    Also in Zukunft nicht mehr auf das Mittagessen, die kurze Kaffeepause oder den Spaziergang um den Block verzichten.

    Erholung kann auch mit Aktivität verbunden sein. Nichts-Tun ist nicht unbedingt erholsam. Aber viele leistungsorientierte und im Job stressgeplagte Menschen glauben, im Training für einen Marathonlauf den gewünschten Ausgleich zu finden und sich etwas Gutes zu tun.

    Aber das ist nur mehr desselben und so landet die Leistungsorientierung auch im Feierabend und im Wochenende.

    Echte Erholung bedeutet auch, etwas anderes zu machen: Bewegung für den Computer-Hocker. Stille für den Vielredner. Kreativität als Ausgleich zum stark strukturierten Arbeitstag.

  3. Machen Sie sich Ihren eigenen Kopf!

    Ganz viel Stress wird einfach durch Mythen ausgelöst, die durch die Unternehmen wabern: Wer nicht immer erreichbar ist, wird nicht befördert; wer seinen Urlaub nimmt, ist nicht motiviert; eine Führungskraft muss alles wissen und darf keine Fehler machen.

    All diese Vorannahmen machen Druck und sind bei der Stressbewältigung nicht besonders hilfreich.

    Denken Sie nach. Was denken sie selbst? Wollen Sie sich dadurch in ein Korsett zwängen lassen?

    Stressreduzierender wären jedenfalls Gedanken wie „Ich muss nicht alles wissen – dafür habe ich meine Fachleute in der Abteilung“, „Ich brauche Zeit zum ungestörten Arbeiten, damit ich meinen Job gut und stressfrei machen kann“ oder „Ein pragmatische Lösung ist viel besser als eine perfekte Lösung, die es nicht gibt“.

  4. Meetings dosieren

    Die größten Zeitfresser sind schlecht gemachte Meetings ohne Agenda, Zielsetzung, Ergebnisse und vereinbarte Maßnahmen.

    Was soll Ihr Beitrag im Meeting sein? Müssen Sie selbst gehen, oder kann eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter besser teilnehmen? Ist das Meeting für Sie nicht relevant?

    Sagen Sie ab.

  5. Delegieren Sie

    Können Sie gut delegieren, oder fällt es Ihnen er schwer, Aufgaben abzugeben?

    Wenn ja – setzen Sie sich mit ihren Hindernissen auseinander.

    Vor allem Fachfragen oder Detailprobleme können versierte Mitarbeitende oft besser lösen als Sie selbst.

    Machen Sie sich klar – Delegation ist eine Investition in Ihre Leute.

    Überlegen Sie: Welcher meiner Mitarbeiter ist für welche Aufgabe besonders geeignet? Wer könnte von einer Aufgabe profitieren, sich daran entwickeln?

  6. Bilden Sie sich weiter

    Als Führungskraft stehen sie eher alleine da – je mehr Führungsverantwortung, desto einsamer wird es.

    Nehmen Sie Weiterbildungsangebote des Unternehmens an oder investieren Sie selbst in Ihre Führungsqualitäten ebenso wie in Ihre Stress-Kompetenz.

    Organisieren Sie sich regelmäßige Weiterbildungen zum Thema Führung, lassen Sie sich coachen oder besuchen Sie Netzwerktreffen mit anderen Führungskräften.

    Oder gehen Sie einfach öfter mit vertrauten Kollegen Mittagessen.

    Dabei kommen Sie perfekt in den Austausch mit anderen und sie können eigene – schwierige – (Führungs-) Situationen besprechen.

Ich weiß, das Ganze ist ein sehr umfangreiches Thema

Deshalb werde ich hieraus eine kleine Serie von Artikeln machen mit dem Ziel, Ihnen für ihre Führungstätigkeit umsetzbare und forschungsgestützte Strategien an die Hand zu geben, die Ihnen dabei helfen, Ihre Produktivität zu steigern, Ihre Arbeitszufriedenheit zu erhöhen, stressfrei zu werden und Burn-out zu vermeiden.

Und wenn Sie die Themen hier sehr angesprochen haben, wenn Sie einen stressigen Job haben und sich oft müde und erschöpft fühlen, habe ich eine tolle Nachricht für Sie!

Ich werde in den nächsten Wochen mit meinem Onlinekurs an den Start gehen „In 9 Wochen komplett entstresst“.

In meinem Onlinekurs lernen Sie:

  • Wie Sie sich von gesundheitsschädlichem und zermürbendem Stress befreien und so zu neuer Energie und Wohlbefinden gelangen.
  • Was Sie tun müssen, wenn Sie das Gefühl haben, dass Stress zu einer Art Dauerzustand geworden ist und Sie einfach nicht mehr richtig „runterkommen und abschalten“ können.
  • Wie Sie Ihren Stresslevel spürbar senken und so ein stressfreies Leben führen.
  • Wie Sie sich von Stress befreien, der Ihnen Ihre kostbare Energie raubt und dazu führt, dass Sie sich müde und unkonzentriert fühlen.
  • Wie Sie negative Gedanken abschalten, die Ihnen schlaflose Nächte bereiten und Sie morgens müde und antriebslos aufwachen lassen.
  • Wie Sie sich von mentalen Blockaden und der inneren Stimme des Selbstzweifels befreien und dadurch sofort das Gefühl von Leichtigkeit verspüren, und wieder mehr Luft zum Atmen bekommen.
  • Wie Sie verhindern, jemals ein Burn-out zu bekommen und was Sie unbedingt tun sollten, wenn Sie merken, dass Sie von einer tiefen Krise nicht mehr weit entfernt sind.
  • Wie Sie die Erwartungen an sich selbst und die Erwartungen Ihrer Mitmenschen mit Leichtigkeit erfüllen und gleichzeitig Ihr Energiekonto schützen.

Wenn Sie das interessiert, tragen Sie sich einfach in die Warteliste ein und ich informiere Sie sofort, wenn der Kurs an den Start geht.

Und jetzt viel Spaß bei der Umsetzung und dem Ausprobieren meiner leistungssteigernden Tipps für einen stressfreien Arbeitsalltag.

Dieser Artikel ist der erste Teil der  Serie „Stressfrei als Führungskraft“. Falls Sie noch nicht alle Beiträge zu dieser Serie gelesen haben, hier ein Überblick:

Stressfrei als Führungskraft

  1. Wie Sie zu einer stressfreien Führungskraft werden
  2. Stressfrei als Führungskraft II: Wie Sie Ihre Zeit managen
  3. Stressfrei als Führungskraft III: Erfolgreich delegieren
  4. Stressfrei als Führungskraft IV: Wie Sie Ihre Aufgaben geregelt kriegen
  5. Stressfrei als Führungskraft V: Wie Sie Nein sagen

Schreiben Sie auch gerne mal eine E-Mail!

Ihr

Stefan Brandt

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