IFG007 – Sind Sie ein Leader oder ein Manager? Finden Sie es heraus!

Leader vs. Manager - In Führung gehen mit Stefan Brandt

Erfahren Sie den Unterschied zwischen beiden Führungsschwerpunkten und werden sich über Ihr eigenes Führungsverständnis noch klarer.

In meinen Seminaren und Workshops werfen die TeilnehmerInnen immer wieder die Begriffe Führung, Führungskraft, Management und Leadership in den Raum.

Meist bunt durcheinander gewürfelt.

Sie verwenden sie in der Regel gleichwertig, wie unterschiedliche Worte in einem Aufsatz, die man benutzt, um nicht immer das Gleiche zu schreiben.

Hören Sie sich hier die ganze Folge an oder lesen Sie unten weiter:


Doch Chef ist nicht gleich Chef

Manager und Leader unterscheiden sich in ihren Rollen, Aufgaben und Fähigkeiten und an jeden sind unterschiedliche Persönlichkeitseigenschaften geknüpft.

Der eine plant Abläufe, organisiert und kontrolliert. Der andere schafft es durch seine Persönlichkeit, aus ganz unterschiedlichen Menschen ein Team zu bilden und für seine Ziele zu begeistern.

In der Praxis besteht jede Führungsposition sicher aus beiden Bestandteilen.

Doch wird der Schwerpunkt der Führungsarbeit mehr auf der ein- oder anderen Seite liegen.

Gerade für Sie als Führungseinsteiger finde ich wichtig, ein Verständnis dieser beiden Rollen zu erlangen.

Daraus entwickeln Sie dann Ihr ganz eigenes Führungsverhalten und Ihren Führungsstil.

Denn der ist bei beiden Arten der Führung unterschiedlich.

Was ist denn Führung überhaupt?

Im Buch „Organisationspsychologie“ definieren Rosenstiel, Molt & Rüttinger Führung wie folgt:

„Führung ist die unmittelbare, absichtliche und zielbezogene Einflussnahme durch InhaberInnen von Vorgesetzenpositionen auf Unterstellte mit Hilfe der Kommunikationsmittel.“

Okaaay – Führung heiß also, Mitarbeitende zu beeinflussen, um die Ziele der Organisation und der Abteilung zu erreichen.

Und das kann auf beiden Wegen geschehen – durch Leadership und Management.

Sind Sie ein Leader (oder doch eher ein Manager)? Laden sie sich hier den kostenlosen Fragebogen herunter und Finden Sie es heraus.

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Wo sind jetzt die Unterschiede zwischen beiden?

Die Unterscheidung zwischen Managern und Leadern, hat sich in der Unternehmenswelt in den letzten Jahren zunehmend durchgesetzt und verfestigt.

Während es durchaus gefühlte Unterschiede zwischen den beiden Begriffen zu geben scheint, ist es nicht ganz einfach, diese klar zu umreißen und zu definieren.

Denn interessanterweise ließe sich sowohl Manager als auch Leader mit “Führungskraft” übersetzen.

Werfen wir zunächst mal einen Blick auf die Übersetzung der beiden Begriffe:

Management:
– Führung
– Leitung
– Betriebsführung
– Unternehmensführung

Leadership:
– Führung
– Leitung
– Führungsstil
– Mitarbeiterführung

Ein kleiner Unterschied also: Führung durch Leadership ist eher mitarbeiterorientiert – Management mehr sach- und aufgabenorientiert.

Admiral Grace Hopper hat es trefflich auf den Punkt gebracht:

„You don’t manage people. You manage things. You lead people.“

Der Begriff “Manager” ist häufig Teil einer Tätigkeitsbezeichnung. Er kennzeichnet eine eher wissenschaftliche Herangehensweise, denn mit klassischem Management sind im Wesentlichen betriebswirtschaftliche Aufgaben verbunden.

Eigentlich alles, was man in einem normalen BWL-Studium lernt.

Über den „weichen“, verhaltenswissenschaftlichen Teil hört man im Studium jedoch so gut wie nichts.

Manager

  • kümmern sich laut klassischer Theorie um die normalen Abläufe des Tagesgeschäfts.
  • stellen sicher, dass Budgets eingehalten und Leistungen korrekt in Rechnung gestellt werden.
  • stellen sicher, dass die Prozesse gut funktionieren und alles reibungslos abläuft (regeln die Maschinenwartung).
  • planen, budgetieren, organisieren die Mitarbeitenden und kontrollieren die Aufgabenerledigung.
  • lösen Probleme, um die Qualität und den Prozess zu sichern.
  • reduzieren Komplexität.
  • steuern die Effizienz der Organisation und optimieren diese ständig.

Einen Leader kennzeichnet das Talent und die Fähigkeit andere zu überzeugen und zu begeistern. Der Begriff “Leader” meint dabei eine besondere Fähigkeit – eine Art Persönlichkeitszug. (Mehr dazu finden Sie hier: A. Zaleznik: Managers and Leaders: Are they Different. In: Harvard Business Review 2004)

Leader

  • haben eine Vision und geben eine Langfristperspektive.
  • mobilisieren und inspirieren ihre Mitarbeiter.
  • beziehen Mitarbeitende in Entscheidungsprozesse ein.
  • geben die autoritäre Kontrolle und Steuerung von Aufgaben und Prozessen ab.
  • lösen Probleme nicht durch Befehle. Die Mitarbeitenden sollen auf freiwilliger Basis folgen und Ziele der Organisation erreichen, weil Sie von der Notwendigkeit überzeugt sind. Und nicht weil sie dies aufgrund hierarchischer Zwänge müssen.

Meiner Meinung nach kann man es auf folgende einfache Formel bringen:

Führung = Verhaltensbeeinflussung von Menschen

Leadership = Führung

Management = BWL = Handhaben von Sachverhalten

Sind Leader die besseren Führungskräfte?

Momentan wird der Leadership-Ansatz häufig positiver dargestellt.

Auch von mir, denn mein Job besteht ja darin, den Leadership-Anteil zu vermitteln.

Der Erfolg eines jeden Unternehmens basiert jedoch nach wie vor auch auf Durchführung, Kontrolle und Disziplin, Systematik, Prozessen und Kontinuität.

Manageraufgaben also.

Ohne diese Grundvoraussetzungen produziert auch der talentierteste Leader nur Seifenblasen.

Jedes Unternehmen braucht ein gutes Fundament an Managern, die mit beiden Füßen auf dem Boden stehen. Sie stellen das Geschäft sicher und organisieren alles perfekt.

Und sie brauchen genauso Leader, die durch ihre Ideen und Visionen die Organisation vor Verkrustung bewahren und die Mitarbeiter begeistern können.

Vor allem beim Thema „agile Unternehmen“ ist von den Führungskräften eher der Leadership-Ansatz gefragt.

Denn es geht darum, in komplexen Situationen mit unsicheren Ursachen-Wirkungs-Zusammenhängen Entscheidungen im Team beziehungsweise in enger Zusammenarbeit mit dem Kunden zu treffen.

So können Organisationen flexibler und innovativer reagieren, um notwendige Veränderungen umzusetzen.

Gerade in solchen Umbruchphasen schweißen Leader die Menschen zusammen und schwören sie auf eine neue Richtung ein.

Ist die Schlussfolgerung für die Businesswelt also, dass ein Manager-Leader die Idealbesetzung ist?

Um erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen sich auf einigen Gebieten ständig verändern und simultan auf anderen Gebieten Kontinuität beweisen.

Eine spannende Frage lautet: Kann eine Führungskraft zugleich ein guter Manager, ein guter Leader oder ein guter Vorgesetzter sein? Führungskräfte behaupten gerne ja.

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In der Praxis zeigt sich aber: Innovation und Beständigkeit basieren jeweils auf unterschiedlichen Mentalitäten.

Jede Person hat in der Regel eindeutige Präferenzen im Denken und Handeln, weshalb eine Führungskraft, die gut managen, häufig nicht ebenso gut Menschen und Organisationen inspirieren kann – und umgekehrt.

Das bedeutet aber nicht, dass man nicht seine Kompetenz erweitern und sein Handlungsspektrum verbreitern könnte!

Ist Leadership angeboren und im Gegensatz zum Management nicht erlernbar?

Der Unterschied zwischen Leader und Manager besteht, wie gesagt, im Führungsstil.

Der Leader hat erkannt: Hervorragende Ergebnisse, werden am nachhaltigsten erreicht, wenn die Mitarbeiter emotional eingebunden und beteiligt sind.

Und mit denen werden sich alle in der Organisation identifizieren.

Diese Art der Einbindung lässt sich erlernen.

Zum Beispiel in meinen Seminaren oder in einem Coaching mit mir ;o)

Denn Leadership ist nicht die in die Wiege gelegte Aura eines Menschen (alle fallen vor Ehrfurcht in Ohnmacht wenn ich in den Raum komme).

Viel mehr zählt das Einsetzen der Emotion der Führungskraft selbst.

Das konnten wir beeindruckend bei der Weltmeisterschaft 2006 erleben.

Das Engagement, der absolute Teamgedanke und die Höchstleistung, die die Nationalmannschaft erfassten und dann aufs ganze Land ausstrahlten, hatten sicher ihren Ursprung in der Führungskraft von Jürgen Klinsmann.

Denn er vermittelte nicht nur Spielertaktik und Disziplin, sondern konnte vor allem durch seine eigene Vision des Sieges punkten und durch den Enthusiasmus, mit dem er seine Mannschaft und uns alle ansteckte.

5 Tipps, um ein besserer Leader zu sein

1. Seien Sie aufmerksam für Stärken

Als Leader ist es Ihre Hauptaufgabe, die Beziehung zu Ihren Mitarbeitenden zu gestalten.

Schauen Sie nicht zu sehr auf deren Defizite, sondern heben Sie ihre Stärken hervor.

So holen Sie das Beste aus Ihren Leuten heraus.

Sprechen Sie Anerkennung für gute Leistungen aus und bedanken Sie sich häufig.

Und lächeln Sie oft.

Nichts ist so schlimm, das Sie daran hindern könnte.

Das ist das beste Mittel, um bei Mitarbeitenden zu Punkten.

2. Bitten Sie um Rückmeldung

Sie befinden Sich auf einem guten Weg zum Leader, wenn Sie sich der Kritik Ihrer Mitarbeiter stellen und um Rückmeldung zu Ihrem Führungsverhalten bitten.

Umgeben Sie sich nicht nur mit Bewunderern. Suchen Sie auch die Nähe zu Menschen, die Ihnen auch spiegeln, wo Sie daneben liegen.

Sehen Sie Kritik nicht als Angriff auf Ihre Person, sondern als willkommene Rückmeldung, sich weiter zu entwickeln.

3. Kommunizieren Sie

Sprechen Sie mit Ihren Leuten über Ihre Vorhaben und Ziele. Erklären Sie Ihre Positiven Absichten und betonen Sie den Nutzen für Ihre Mitarbeitenden.

Führen Sie Erfolge vor Augen und feiern Sie die Erreichung von (auch kleinen) Meilensteinen.

Nur wenn Sie die positiven Aspekte betonen, werden Sie Ihr Team für Ihre Vorhaben gewinnen können.

4. Seien sie interessiert an Ihren Mitarbeitern

Ein guter Leader hört seinen Leuten zu und interessiert sich fürs Team.

Fragen Sie aktiv nach der Meinung ihrer Mitarbeiter und finden Sie heraus, was sie in Bezug auf ihre Vorhaben beunruhigt.

Beziehen Sie sie bei Entscheidungen mit ein. Vielleicht nicht dabei, OB Sie etwas umsetzen, aber WIE.

Berücksichtigen Sie gute Vorschläge und passen Ihr Vorhaben gegebenenfalls an.

5. Betonen Sie mir das „Wir“ statt des „Ichs“

Sprechen Sie bei Teamthemen im Plural.

So sorgen Sie dafür, dass sich Ihre Leute mehr mit den gemeinsamen Zielen des Teams identifizieren und sich als Teil eines größeren Ganzen verstehen.

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